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Die Geschichte  des Kunstgewerbevereins

Am 25. März 1877 wurde der „Mitteldeutsche Kunstgewerbeverein“ von Frankfurter Bürgern gegründet. 1878 wurde er als selbständiges Institut in den Kreis der Polytechnischen Gesellschaft e.V. aufgenommen. Er stellte sich die Aufgabe, für die Förderung schöpferischer Entfaltung bei der Gestaltung gewerblicher Produkte Anregung zu geben und zugleich der Mitwelt durch die Pflege des Gemeinsinns und am Beispiel früherer Kulturen bleibende Werte zu vermitteln.

1881 wurde das Kunstgewerbemuseum in der Neuen Mainzer Straße eröffnet. Über vier Jahrzehnte unterhielt hier der Mitteldeutsche Kunstgewerbeverein Museum, Bibliothek und Kunstgewerbeschule. 1921 übernahm die Stadtverwaltung die Einrichtungen, da der Verein sein gesamtes Vermögen durch die Folgen des ersten Weltkriegs verloren hatte. 1936 wurde es in Museum für Kunsthandwerk umbenannt. Seine Bestände wurden im zweiten Weltkrieg rechtzeitig ausgelagert und überlebten so 1944 den Untergang der Gebäude.

Nach der Währungsreform war auch der Kunstgewerbeverein wiedererstanden. Das heimatlos gewordene Museum wechselte mit seinen großen Schätzen mehrmals die Unterkunft, bis es 1961 ein geeignetes Domizil in dem ehemaligen Haus der Familie Metzler am Schaumainkai 15 fand, für dessen Erwerb sich der Kunstgewerbeverein nachdrücklich einsetzte. Am 25. April 1985 erhielt das Museum endlich ein eigenes Gebäude nach den Plänen des New Yorker Architekten Richard Meier. Zur Eröffnung sammelte der Kunstgewerbeverein über eine Million DM.

Im Mai 2000 öffnete das ehemalige Museum für Kunsthandwerk anläßlich des 15. Jahrestages der Eröffnung des Neubaus wieder seine Tore – mit neuem Namen, „Museum für Angewandte Kunst Frankfurt“. Mit Unterstützung nationaler und Internationaler Partner wurden die Sammlungen neu präsentiert und erweitert. Hierzu gehört auch die weltbekannte Sammlung Geyger früher japanischer Farbholzschnitte. Auch hier engagierte sich der Kunstgewerbeverein in seinem Verständnis als Verein der „Freunde und Förderer des Museums".

Die Vorgeschichte  des Kunstgewerbevereins

Im Jahr 1816 schlossen sich engagierte Frankfurter Bürger „zur Beförderung der nützlichen Künste und der sie veredelnden Wissenschaften“ in der Polytechnischen Gesellschaft zusammen. Kurz darauf begründete sie in ihrer Tochter, der „Frankfurter Sparkasse von 1822“, ihre finanzielle Grundlage. Auch die Förderung des Kunsthandwerks passte ins Kulturprogramm der Gesellschaft. Nachdem 1864 die fortschrittshemmende Zunftverfassung aufgehoben und die Gewerbefreiheit eingeführt worden war, konnte man in der damals noch Freien Stadt endlich an eine Gewerbeförderung denken. Zu diesem Zwecke fand bereits im Sommer deselben Jahres im Saalbau eine erste Ausstellung von Frankfurter Kunst- und Industrie-Erzeugnissen statt, die zwar noch in der Zunftzeit entstanden war, aber den Trend der Zeit deutlich machte.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches und mit der sich belebenden Konjunktur schien der Polytechnischen Gesellschaft die Zeit für gekommen, die kulturelle Bedeutung des Kunsthandwerks in einer großen Ausstellung zu präsentieren und damit auf Industrie und Gewerbe stilbildend zu wirken. Die Absicht fand Zustimmung und die Erbprinzessin von Thurn und Taxis stellte als Eigentümerin die Räume des ehemaligen Bundespalais in der Großen Eschenheimer Gasse (Bild) von August bis Oktober 1875 für die Schau zur Verfügung. Der Erfolg war überwältigend und selbst Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta gaben sich die Ehre.

Besonders der damalige Präsident der Gesellschaft, der Frankfurter Advokat  Dr. Johann David Sauerländer (gest. 1896), suchte nach Wegen, eine dauerhafte Nachwirkung zu sichern, zumal den Veranstaltern fast 50 Exponate für ein zu gründendes Kunstgewerbemuseum überlassen worden waren. Zur Institutionalisierung sollte ein Kunstgewerbeverein gegründet werden und um die Kunst- und Gewerbelandschaft zwischen München und Berlin abzudecken und den meisten Leihgebern der Ausstellung von 1875 Rechnung zu tragen, nannte er sich „Mitteldeutscher Kunstgewerbeverein“.


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