Polytechnische Gesellschaft  |   Museum Angewandte Kunst  |   Impressum  |  Seite drucken
Mittwoch, 25. März 2015, 18:00 Uhr

„Mit lebhaftem Bedauern und aufrichtigem Dank“ Der Mitteldeutsche Kunstgewerbe-Verein im Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Thomas Bauer anläßlich des Gründungstages des Kunstgewerbevereins

Das Archiv des 1973 in „Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main e.V.“ umbenannten Mitteldeutschen Kunst¬gewerbe-Vereins ist im September 1945 in den Nachkriegswirren verloren gegangen. Für den Zeitraum von 1933 bis 1945 liegen weder Jahresberichte noch Protokolle der Vorstandssitzungen vor, die Auskunft über das Ge¬schehen im Verein geben könnten. Der Vorstand des Kunstgewerbevereins hat daher im Oktober 2013 den Frankfurter Historiker Dr. Thomas Bauer damit beauftragt, die Geschichte des Vereins unter dem Hakenkreuz zu erforschen. Der Stadthistoriker hat bei den schwierigen Recherchen im Institut für Stadtgeschichte, im Hessischen Hauptstaatsarchiv und im Frankfurter Amtsgericht aufschlussreiche Dokumente entdeckt und berichtet zum ersten Mal über die Ergebnisse der spannenden Spurensuche.
Der Vorsitzende des Mitteldeutschen Kunstgewerbe-Vereins von 1928 bis 1957, der Bankier Max von Grunelius, hat den Verein mit Bedacht durch die NS-Diktatur gesteuert und dabei möglichst Distanz zu den braunen Macht¬habern gewahrt. Die Statuten des Vereins wurden zu keiner Zeit auf das „Führerprinzip“ umgestellt oder um den „Arierparagraphen“ ergänzt. Trotzdem haben bis April 1939 alle jüdischen Mitglieder den Verein verlassen, darunter führende Antiquitäten- und Kunsthändler und bedeutende Privatsammler wie Martin Flersheim, Max von Goldschmidt-Rothschild, Robert von Hirsch oder Hedwig Ullmann. An die Absender der Austrittserklärungen richtete Max von Grunelius für gewöhnlich ein Schreiben, in dem er sich mit den immer wiederkehrenden Formulierungen „mit lebhaftem Bedauern“ und „aufrichtigem Dank“ von den ehemaligen Mitgliedern verabschiedete.

Um Anmeldung wird gebeten, bis 23. März 2015: info@kgv-frankfurt.de

Historische Villa Metzler des Museums Angewandte Kunst, Schaumainkai 15, Frankfurt

Bild: Max von Grunelius (Bildquelle: Instiut für Stadtgeschichte, Frankfurt a.M.)


Der ideale Rahmen für exklusive Festivitäten und Konferenzen

Direkt am Mainufer gelegen, bieten die wunderschönen Veranstaltungs- und Tagungsräume der Historischen Villa Metzler einen idealen Rahmen für exklusive Festivitäten und Konferenzen.