Die Objekte des Kunstgewerbevereins aus rotem Steinzeug schlummern seit Jahren im Depot des Museums Angewandte Kunst und sind doch die Schlüsselwerke, um das Problem der Zuschreibung an Böttger in Dresden oder Goerne in Plaue a.d. Havel erstmals seit 1908 lösen zu können. Angela Gräfin von Wallwitz beschreibt den spannenden Weg zu einer Fälscher Werkstatt in Malmö, der Identifizierung bisher falsch datierter Böttger Objekte weltweit, die Entdeckung der Bedeutung der roten Steinzeug Objekte des Museums und deren Analyse mit Rasterelektronen Mikroskope in der Bergakademie TU Freiberg. Da Böttger Steinzeug ca. 100x teurer gehandelt wird als die Produkte aus Plaue, sind diese Erkenntnisse nicht nur für die Kunstgeschichte bedeutsam, sondern auch für Sammler und Händler.
Begleiten Sie Dr. Katharina Weiler auf eine spannende Führung durch die Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. Die Schau präsentiert Teppiche zeitgenössischer Künstler:innen, die das traditionelle Verständnis des Teppichs als dekorativen Gebrauchsgegenstand hinterfragen und im Sinne der freien Kunst neu interpretieren. In den gezeigten Werken wird der Teppich zum Medium des Widerstands – gegen politische, kulturelle und gesellschaftliche Strukturen. Mit feinen Fäden und in starken Bildern entwickeln die Künstlerteppiche kreative Gegenstrategien zu Bestehendem. Sie werden in einer Umdeutung klassischer Gestaltungsformen und alter Sehgewohnheiten zum Ausdruck gebracht und eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von angewandter und freier Kunst.
Die ehemalige Kuranlage Wilhelmsbad wurde um 1780 westlich von Hanau erbaut. Ausgangspunkt war eine im Wald entdeckte Heilquelle. Die spätbarocken Gebäude und der englische Landschaftsgarten bilden zusammen mit Burgruine, Karussell und aufgestautem See ein Gesamtkunstwerk, das sich durch das frühe Versiegen der Quelle bis heute nahezu unverändert erhalten hat. Bauherr war der hessische Erbprinz Wilhelm IX. Das Geld zum Bauen verschaffte er sich durch Ausleihen seiner Soldaten in dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Planung stammt von Franz Ludwig Cancrin, Architekt, Ingenieur und Verfasser einer »Bürgerlichen Baukunst«. Sein Wilhelmsbader Comoedienhaus gehört zu den historischen europäischen Theatern.
Mit dem Keramik-Workshop, geleitet von Frau Sandra Nitz – eine in Frankfurt ansässige Keramikerin, mit umfangreichem Wissen im Bereich
der Keramikproduktion und langjähriger Erfahrung als Dozentin und Leiterin von Workshops – bietet der Kunstgewerbeverein zum dritten Mal die Gelegenheit, im Werkraum des Museums Angewandte Kunst, mit Ton zu experimentieren und zu gestalten.
Die Teilnahme ist ohne Vorkenntnisse möglich.
Anmeldekosten: 55 EUR pro Person/ Mitglieder zahlen 45 EUR zzgl. 4 EUR ermäßigten Eintritt ins Museum.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.
Zerbrochene Keramiken erfahren in Japan eine besondere Wertschätzung, wenn sie mit aufwendiger Technik kunstvoll mit Urushi-Lack sowie Goldpuder restauriert werden. Die Kintsugi-Technik gilt als Sinnbild für Vergänglichkeit und Neuanfang. Sie ist universell und zeitlos. In dem Workshop mit der Künstlerin Masami Takeuchi wird anhand schnell verarbeitbarer Ersatzstoffe die Ästhetik des Kintsugi vermittelt.
Eigene Stücke sollen zur Restaurierung mitgebracht werden. Der Kurs eignet sich für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
Anmeldekosten: 80 EUR pro Person/ Mitglieder zahlen 70 EUR
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.
Bekannt ist Thomas Mann als Nobelpreisträger und Autor der »Buddenbrooks« und des »Zauberberg«. Weniger bekannt ist seine Rolle als politischer Mensch, die der Stadthistoriker Dieter Wesp in den Blick nimmt. Ist Thomas Mann im 1. Weltkrieg noch Monarchist, so wandelt er sich vor allem unter dem Eindruck der Ermordung Walter Rathenaus zum Verteidiger der Weimarer Republik. Schon 1930 warnt er öffentlich – und von den Nazis gestört – vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Während des 2. Weltkriegs richtet er sich aus dem amerikanischen Exil via Radiosendungen der BBC an seine deutschen Hörer. Diese Vorträge sind in Formulierung und Prägnanz beeindruckende Beispiele seines Kampfes gegen den Nationalsozialismus. Fotos dieser Veranstaltungen zeigen ein überraschendes Zusammentreffen mit dem 1927 in Frankfurt am Main entworfenen und von Thonet produzierten Stuhl »B 403« eines anderen Exilanten: Ferdinand Kramer.
Dieser Stuhl befindet sich im Victoria & Albert Museum in London wie auch im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Katharina Pennoyer, Vorstandsmitglied des Kunstgewerbevereins, bittet »das Publikum Platz zu nehmen« auf einem original B 403 von Ferdinand Kramer und teilt ihre Kenntnisse.
Vortrag mit vielen Abbildungen und der Originalstimme Thomas Manns.
Von Jakob Nussbaums (1873–1936) künstlerischem Blick auf Frankfurt geht ein Zauber aus. Seine Stadtlandschaften zeigen die wachsende Metropole farbig, lebendig und einladend. Nicht umsonst wird er als »der« Frankfurter Impressionist bezeichnet. Doch Nussbaum gehörte zu den kulturpolitischen Persönlichkeiten der 1920er-Jahre. So förderte er als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerbunds moderne Kunst, gründete die Künstlerhilfe mit und leitete am Städel ein Meisteratelier. Seine Porträts bekannter Personen spiegeln die Zeitgeschichte. Früh reagierte er auf den erstarkenden Nationalsozialismus und emigrierte 1933 an den See Genezareth, wo er einen Neuanfang wagte. Die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Müller-Proskar, Autorin des Werkverzeichnisses und der Monografie, wird zum 90. Todesjahr Nussbaums über sein Lebenswerk und dessen Bedeutung für Frankfurt sprechen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt statt.
Die Veranstaltung ist kostenfrei - kein Eintritt.
Das Gebäude der SCHIRN in Bockenheim, ehemalige Dondorf Druckerei, hat eine besondere Atmosphäre und einmalige Geschichte. Im Rahmen eines einstündigen Rundgangs durch das Erdgeschoss, den Innenhof und die öffentlichen Flächen erfahren die Teilnehmer:innen anhand der Architektur Details zur historischen Nutzung wie auch zur Umgestaltung durch das Architekturbüro »Bjoern Schmidt Architektur«. Das 1890 errichtete Backsteingebäude der Druckerei ist ein bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte der Stadt Frankfurt und des Stadtteils Bockenheim. Das noch erhaltene Ensemble von Bauten erinnert auch an die Geschichte der jüdischen Unternehmerfamilie Dondorf. Mit der kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Dondorf- Druckerei zieht die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT in ein historisch bedeutendes Ensemble ein und macht es für Ausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote erlebbar.
Kosten: 8 EUR pro Person zzgl. dem regulären Eintritt ins Museum. Mitglieder zahlen nur den Eintritt ins Museum.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.
Der Kunstgewerbeverein Frankfurt am Main e.V. schreibt im Rahmen des Wettbewerbes Nachwuchspreis Circular Design 2025/2026 zwei Preise aus:
Der Hauptpreis »Nachwuchspreis Circular Design« zeichnet Arbeiten im Bereich Produktdesign, Mode-/Textildesign aus, die in Bezug auf Kreislaufwirtschaft, Materialforschung, Materialverwertung, Recycling, Upcycling kreativ, innovativ und nachhaltig sind.
Der Sonderpreis »Entrepreneurship Circular Design« zeichnet konzeptuelle Überlegungen zur Gründung eines Start-ups aus, das die praktische Umsetzung der im Hauptpreis entwickelten Designidee verfolgt. Die Bewerber:innen legen dar, wie ihre Designidee durch ein geeignetes Geschäftsmodell wirtschaftlich vermarktet werden könnte.
Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des Hauptpreises und die Vergabe des Sonderpreises. Das Preisgeld kann geteilt werden.
Zudem hält Marlene Bruch (Jurymitglied /Entrepreneurin) noch einen Impulsvortrag: »Warum Pizza besser in Mehrweg schmeckt!«.
Besonderer Dank geht an die Marga Coing Stiftung, die FES GmbH, die Polytechnische Gesellschaft und die Frankfurter Sparkasse für die Förderungen dieses Projektes.
Preisgeld: Hauptpreis 3500 Euro, Sonderpreis 1500 Euro
Einsendungen der Ideen/Projekte digital bis 31. März 2026.
Eintritt für Nichtmitglieder: je Veranstaltung 5€
Mit On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet zeigt das Museum Angewandte Kunst eine Ausstellung zur gesellschaftlichen Dimension von Grafikdesign. Anhand der gestalterischen Positionen von Robin Coenen und Danielle Rosales, Aline Bavier und Sophia Becker sowie Anja Kaiser und Rebecca Stephany untersucht die Ausstellung, wie Grafikdesign Wissen und Machtverhältnisse formt, welche Eigenheiten in seine Werkzeuge und Methoden eingeschrieben sind und wie eine kollektive, feministische Praxis den normativen Strukturen der Disziplin begegnen kann. Die Ausstellung ist eine Einladung, die Gestaltbarkeit unserer Umgebung neu wahrzunehmen – und die gesellschaftliche Verantwortung des Grafikdesigns zu verhandeln.
Die Plätze sind begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Eintrittspreise ins Museum für Nichtmitglieder 14 Euro, ermäßigt 7 Euro, Mitglieder: Eintritt frei
Christian Dell (1893–1974), Silberschmied, Werkmeister am Bauhaus, als Leiter der Metallwerkstatt der Frankfurter Kunstschule Teil des Neuen Frankfurts und Entwerfer bekannter Lampen, darunter einige ›Kaiser-Idell‹-Leuchten. Er nahm Einfluss auf eine Generation von Kunstschaffenden, darunter Marianne Brandt oder Wilhelm Wagenfeld. Dennoch zählt er zu den weniger bekannten Gestaltern des 20. Jahrhunderts und verdient eine Neueinschätzung. Die umfassende Publikation präsentiert Dells hochqualitative Silberwaren, innovative Kunststoff- und Lampenentwürfe (mit Verzeichnis).
Anschließend: Büchertisch und Umtrunk im Grünen Salon.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Eintritt für Nichtmitglieder 5 Euro
Lieblingsstücke müssen nicht im Schrank verschwinden, nur weil sie beschädigt sind. Beim »Visible Mending« werden Kleidung und Textilien sichtbar und kreativ repariert – mit bunten Fäden, einfachen Sticktechniken und viel Persönlichkeit.
In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden verschiedene Techniken, um Löcher, Risse oder Flecken in Jeans und anderen Kleidungsstücken kreativ zu verändern. So entstehen Unikate und ein neuer Blick auf nachhaltigen Konsum. Eigene Kleidungsstücke sollen gerne mitgebracht werden. Der Workshop ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet. Keine Vorkenntnisse nötig.
Teilnahmegebühr: 55 Euro pro Person/ Mitglieder zahlen 35 Euro
Die Plätze sind begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Entdecken Sie die faszinierende Vielfalt der japanischen Furoshiki-Technik! Furoshiki sind quadratische Tücher aus Stoff, die in Japan bereits seit dem 7. Jahrhundert verwendet werden und bis heute ein fester Bestandteil der Alltagskultur sind. In diesem Workshop lernen Sie verschiedene kreative Wickel- und Falttechniken kennen, mit denen sich Geschenke stilvoll verpacken, Alltagsgegenstände transportieren oder Taschen gestalten lassen – ganz ohne Papier oder Plastik. Furoshiki verbindet Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit auf einzigartige Weise.
Anmeldekosten: 55 Euro pro Person/ Mitglieder zahlen 35 Euro
Die Plätze sind begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Wie können wir Produkte so gestalten, dass Abfall gar nicht erst entsteht? Welche Rolle spielen Design, Unternehmen und Verbraucher:innen auf dem Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft? Den Auftakt bilden Impulsvorträge zum »Zero Waste Lab« sowie aus der Unternehmenspraxis. Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren Expert:innen aus Design, Wirtschaft und Nachhaltigkeit über innovative Ansätze zur Müllvermeidung, ressourcenschonende Produktion und zukunftsfähige Gestaltung. Freuen Sie sich auf spannende Impulse und anregende Gespräche.
Kooperationsveranstaltung mit der Polytechnischen Gesellschaft
»Colour meets Grid« ist eine Ausstellung und ein Dialog über die Bedeutung von Farbe in der Gestaltung. Initiiert und kuratiert von zwei Gestalterinnen, die sich seit über 30 Jahren kennen und das gemeinsame Interesse an der besonderen Wirkmacht des Naturphänomens Farbe teilen: Antonia Henschel als Grafikdesignerin und Dozentin in den Bereichen Editorial Design und Visuelle Identitäten, Barbara Glasner als Kuratorin, Herausgeberin und Dozentin im Bereich Farbe im Design und in der Architektur. Rasterzeichnungen von Antonia Henschel werden mit ausgewählten Farbmusterbüchern aus der Sammlung des Colour Research Studio von Barbara Glasner kombiniert, deren geometrische Anordnungen – ähnlich wie im Kommunikationsdesign – der Orientierung, Ästhetik, Zuordnung und Information dienen.
Die Plätze sind begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Eintritt für Nichtmitglieder 5 Euro
Am 25. März 2027 feiert der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main sein 150-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 1877 prägt der Verein das kulturelle Leben der Stadt und setzte mit der Gründung des heutigen Museums Angewandte Kunst einen bedeutenden Meilenstein für Kunst, Design und Kunsthandwerk. Dieses besondere Jubiläum möchten wir mit einer festlichen Veranstaltung feiern. Freuen Sie sich auf einen inspirierenden Abend, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Kunstgewerbevereins verbindet. Bitte merken Sie sich den Termin bereits heute vor – eine persönliche Einladung mit weiteren Informationen folgt.
Wie entsteht ein Möbelstück, das durch seine Schlichtheit, Materialeffizienz und zeitlose Gestaltung überzeugt? Die Designerin Annette Lang gibt Einblicke in die Entwicklung ihres Formholzstuhls »POCO«, der 1996 mit dem iF Design Ökologiepreis ausgezeichnet und später in die Neue Sammlung – in der Pinakothek der Moderne in München aufgenommen wurde. Anhand von Skizzen, Modellen und Prototypen erzählt sie vom spannenden Weg, vom ersten Entwurf bis zur Serienfertigung in Finnland – und von den Herausforderungen, eine ungewöhnliche Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Ein Abend über Gestaltung, Material, Nachhaltigkeit und die Faszination des Formholzes.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de
Eintritt für Nichtmitglieder 5 Euro
Paperblom steht für modernes, handgefertigtes Design aus Papier – clean, ästhetisch und präzise. Im Workshop zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine hochwertige Mohnblume aus Papier gestaltest – vom Formen der Blütenblätter über die Konstruktion des floralen Zentrums bis hin zur finalen Ausarbeitung. Wir stellen dafür eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Materialien zur Verfügung – hochwertiges italienisches Krepppapier, Floristikdraht, Farbnuancen und alle Werkzeuge, die gebraucht werden, um deine eigene botanische Miniaturkunst zu erschaffen.
Der Kurs eignet sich für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren.
Anmeldekosten: 65 Euro pro Person; Mitglieder zahlen: 45 Euro
Die Plätze sind begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per E-Mail: info@kgv-frankfurt.de