ein Vortrag von Angela Gräfin von Wallwitz, Sachverständige für Europäisches Porzellan und Fayencen von 1450–1900

»Plaue oder Böttger?«

20.01.2026, 19h

in der Historischen Villa Metzler

Foto: Bildarchiv Museum Angewandte Kunst

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Die Objekte des Kunstgewerbevereins aus rotem Steinzeug schlummern seit Jahren im Depot des Museums Angewandte Kunst und sind doch die Schlüsselwerke, um das Problem der Zuschreibung an Böttger in Dresden oder Goerne in Plaue a.d. Havel erstmals seit 1908 lösen zu können. Angela Gräfin von Wallwitz beschreibt den spannenden Weg zu einer Fälscher Werkstatt in Malmö, der Identifizierung bisher falsch datierter Böttger Objekte weltweit, die Entdeckung der Bedeutung der roten Steinzeug Objekte des Museums und deren Analyse mit Rasterelektronen Mikroskope in der Bergakademie TU Freiberg. Da Böttger Steinzeug ca. 100x teurer gehandelt wird als die Produkte aus Plaue, sind diese Erkenntnisse nicht nur für die Kunstgeschichte bedeutsam, sondern auch für Sammler und Händler.

mit Dr. Katharina Weiler, Kuratorin Angewandte Kunst in Europa

Führung durch die Ausstellung »Wolle. Seide. Widerstand.«

10.02.2026, 16h

im Museum Angewandte Kunst

Foto: Baseera Khan, I’m As Good As You Are (Psychedelic Prayer Rugs) 2018 Courtesy of the Artist and Niru Ratnam, London Baseera Khan

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Begleiten Sie Dr. Katharina Weiler auf eine spannende Führung durch die Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. Die Schau präsentiert Teppiche zeitgenössischer Künstler:innen, die das traditionelle Verständnis des Teppichs als dekorativen Gebrauchsgegenstand hinterfragen und im Sinne der freien Kunst neu interpretieren. In den gezeigten Werken wird der Teppich zum Medium des Widerstands – gegen politische, kulturelle und gesellschaftliche Strukturen. Mit feinen Fäden und in starken Bildern entwickeln die Künstlerteppiche kreative Gegenstrategien zu Bestehendem. Sie werden in einer Umdeutung klassischer Gestaltungsformen und alter Sehgewohnheiten zum Ausdruck gebracht und eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von angewandter und freier Kunst.

mit Ernst Ulrich Scheffler, Prof. Dipl.-Ing., Grad Dip AA, Architekt BDA

Vortrag »Wilhelmsbad und seine Bauten«

25.02.2026, 19h

in der Historischen Villa Metzler

Foto: Heinz J. Schlüter, 1992

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Die ehemalige Kuranlage Wilhelmsbad wurde um 1780 westlich von Hanau erbaut. Ausgangspunkt war eine im Wald entdeckte Heilquelle. Die spätbarocken Gebäude und der englische Landschaftsgarten bilden zusammen mit Burgruine, Karussell und aufgestautem See ein Gesamtkunstwerk, das sich durch das frühe Versiegen der Quelle bis heute nahezu unverändert erhalten hat. Bauherr war der hessische Erbprinz Wilhelm IX. Das Geld zum Bauen verschaffte er sich durch Ausleihen seiner Soldaten in dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Planung stammt von Franz Ludwig Cancrin, Architekt, Ingenieur und Verfasser einer »Bürgerlichen Baukunst«. Sein Wilhelmsbader Comoedienhaus gehört zu den historischen europäischen Theatern.

mit der Künstlerin Sandra Nitz

»Keramik-Workshop«

08.03.2026, 11-15h

im Museum Angewandte Kunst

Foto: Mara Monetti Fotografie, Frankfurt

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Mit dem Keramik-Workshop, geleitet von Frau Sandra Nitz – eine in Frankfurt ansässige Keramikerin, mit umfangreichem Wissen im Bereich

der Keramikproduktion und langjähriger Erfahrung als Dozentin und Leiterin von Workshops – bietet der Kunstgewerbeverein zum dritten Mal die Gelegenheit, im Werkraum des Museums Angewandte Kunst, mit Ton zu experimentieren und zu gestalten.

 

Die Teilnahme ist ohne Vorkenntnisse möglich.

Anmeldekosten: 55 EUR pro Person/ Mitglieder zahlen 45 EUR zzgl. 4 EUR ermäßigten Eintritt ins Museum.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.

Zur Anmeldung

mit der Künstlerin Masami Takeutchi

»Kintsugi-Workshop«

22.03.2026, 12-14:30h

in der Historischen Villa Metzler

Foto: Franziska Krieck, Museum Angewandte Kunst

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Zerbrochene Keramiken erfahren in Japan eine besondere Wertschätzung, wenn sie mit aufwendiger Technik kunstvoll mit Urushi-Lack sowie Goldpuder restauriert werden. Die Kintsugi-Technik gilt als Sinnbild für Vergänglichkeit und Neuanfang. Sie ist universell und zeitlos. In dem Workshop mit der Künstlerin Masami Takeuchi wird anhand schnell verarbeitbarer Ersatzstoffe die Ästhetik des Kintsugi vermittelt.

Eigene Stücke können zur Restaurierung mitgebracht werden. Der Kurs eignet sich für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.

Anmeldekosten: 70 EUR pro Person

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.

Zur Anmeldung

Vortrag mit Dieter Wesp, Katharina Pennoyer und Ferdinand Kramers Stuhl »B 403«

»Thomas Mann als politischer Akteur«

14.04.2026, 19h

in der Historischen Villa Metzler

Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv, Fotograf: Eric Schaal, TMA_0395

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Bekannt ist Thomas Mann als Nobelpreisträger und Autor der »Buddenbrooks« und des »Zauberberg«. Weniger bekannt ist seine Rolle als politischer Mensch, die der Stadthistoriker Dieter Wesp in den Blick nimmt. Ist Thomas Mann im 1. Weltkrieg noch Monarchist, so wandelt er sich vor allem unter dem Eindruck der Ermordung Walter Rathenaus zum Verteidiger der Weimarer Republik. Schon 1930 warnt er öffentlich – und von den Nazis gestört – vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Während des 2. Weltkriegs richtet er sich aus dem amerikanischen Exil via Radiosendungen der BBC an seine deutschen Hörer. Diese Vorträge sind in Formulierung und Prägnanz beeindruckende Beispiele seines Kampfes gegen den Nationalsozialismus. Fotos dieser Veranstaltungen zeigen ein überraschendes Zusammentreffen mit dem 1927 in Frankfurt am Main entworfenen und von Thonet produzierten Stuhl »B 403« eines anderen Exilanten: Ferdinand Kramer.

 

Dieser Stuhl befindet sich im Victoria & Albert Museum in London wie auch im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Katharina Pennoyer, Vorstandsmitglied des Kunstgewerbevereins, bittet »das Publikum Platz zu nehmen« auf einem original B 403 von Ferdinand Kramer und teilt ihre Kenntnisse.

 

Vortrag mit vielen Abbildungen und der Originalstimme Thomas Manns.

Vortrag mit Dr. Claudia Müller-Proskar

»Wenn der Blick auf die Stadt zur Landschaft wird«

22.04.2026, 19h

in der Historischen Villa Metzler

Foto: Jakob Nussbaum, Blick auf den Untermainkai in Frankfurt, 1907, Privatbesitz, Foto: Claudia Müller-Proskar

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Von Jakob Nussbaums (1873–1936) künstlerischem Blick auf Frankfurt geht ein Zauber aus. Seine Stadtlandschaften zeigen die wachsende Metropole farbig, lebendig und einladend. Nicht umsonst wird er als »der« Frankfurter Impressionist bezeichnet. Doch Nussbaum gehörte zu den kulturpolitischen Persönlichkeiten der 1920er-Jahre. So förderte er als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerbunds moderne Kunst, gründete die Künstlerhilfe mit und leitete am Städel ein Meisteratelier. Seine Porträts bekannter Personen spiegeln die Zeitgeschichte. Früh reagierte er auf den erstarkenden Nationalsozialismus und emigrierte 1933 an den See Genezareth, wo er einen Neuanfang wagte. Die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Müller-Proskar, Autorin des Werkverzeichnisses und der Monografie, wird zum 90. Todesjahr Nussbaums über sein Lebenswerk und dessen Bedeutung für Frankfurt sprechen.

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt statt.

Die Veranstaltung ist kostenfrei - kein Eintritt.

Führungen durch die ehemalige Dondorf Druckerei mit Bjoern Tensi Schmidt, Architekt

»SCHIRN x Dondorf Druckerei«

06.05.2026, 16h

Treffpunkt: in der Schirn im Café B

Foto: Bjoern Schmidt Architektur

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Das Gebäude der SCHIRN in Bockenheim, ehemalige Dondorf Druckerei, hat eine besondere Atmosphäre und einmalige Geschichte. Im Rahmen eines einstündigen Rundgangs durch das Erdgeschoss, den Innenhof und die öffentlichen Flächen erfahren die Teilnehmer:innen anhand der Architektur Details zur historischen Nutzung wie auch zur Umgestaltung durch das Architekturbüro »Bjoern Schmidt Architektur«. Das 1890 errichtete Backsteingebäude der Druckerei ist ein bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte der Stadt Frankfurt und des Stadtteils Bockenheim. Das noch erhaltene Ensemble von Bauten erinnert auch an die Geschichte der jüdischen Unternehmerfamilie Dondorf. Mit der kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Dondorf- Druckerei zieht die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT in ein historisch bedeutendes Ensemble ein und macht es für Ausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote erlebbar.

 

Kosten: 8 EUR pro Person zzgl. dem regulären Eintritt ins Museum. Mitglieder zahlen nur den Eintritt ins Museum.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.

Zur Anmeldung

eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des Hauptpreises und die Vergabe des Sonderpreises.

Preisverleihung »Nachwuchspreis Circular Design 2025/2026«

13.06.2026, 19h

in der Historischen Villa Metzler

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Der Kunstgewerbeverein Frankfurt am Main e.V. schreibt im Rahmen des Wettbewerbes Nachwuchspreis Circular Design 2025/2026 zwei Preise aus:

Der Hauptpreis »Nachwuchspreis Circular Design« zeichnet Arbeiten im Bereich Produktdesign, Mode-/Textildesign aus, die in Bezug auf Kreislaufwirtschaft, Materialforschung, Materialverwertung, Recycling, Upcycling kreativ, innovativ und nachhaltig sind.

Der Sonderpreis »Entrepreneurship Circular Design« zeichnet konzeptuelle Überlegungen zur Gründung eines Start-ups aus, das die praktische Umsetzung der im Hauptpreis entwickelten Designidee verfolgt. Die Bewerber:innen legen dar, wie ihre Designidee durch ein geeignetes Geschäftsmodell wirtschaftlich vermarktet werden könnte.

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des Hauptpreises und die Vergabe des Sonderpreises. Das Preisgeld kann geteilt werden.

 

Zudem hält Marlene Bruch (Jurymitglied /Entrepreneurin) noch einen Impulsvortrag: »Warum Pizza besser in Mehrweg schmeckt!«.

Besonderer Dank geht an die Marga Coing Stiftung, die FES GmbH, die Polytechnische Gesellschaft und die Frankfurter Sparkasse für die Förderungen dieses Projektes.

 

Preisgeld: Hauptpreis 3500 Euro, Sonderpreis 1500 Euro

Einsendungen der Ideen/Projekte digital bis 31. März 2026.

Eintritt für Nichtmitglieder: je Veranstaltung 5€

Einsendungen