Nachwuchspreis Circular Design

Mit neuen Veranstaltungsformaten wie dem Nachwuchspreis Circular Design greift der Kunstgewerbeverein aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Schonung von Umwelt und Ressourcen auf. Der Nachwuchspreis Circular Design richtet sich an junge Nachwuchstalente im Bereich Kunsthandwerk und Design in Hessen.

Er zeichnet innovative Arbeiten/Konzepte aus, die nachhaltig, umweltschonend, kreativ und langlebig sind. Zirkuläres Design zielt darauf ab, Ressourcen effizient zu nutzen, Abfall zu minimieren und Produkte so zu gestalten, dass sie wiederverwendet, recycelt oder repariert werden können.

Durch die Förderung von nachhaltigen Praktiken und kreativen Ansätzen trägt der Preis dazu bei, das Bewusstsein in unserer Gesellschaft zu schärfen und die nächste Generation von Designern und Verbrauchern zu inspirieren, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Der Preis bietet jungen Nachwuchstalenten eine Plattform, ihre frischen Ideen und Zukunftsvisionen zu präsentieren, die zur Transformation unserer Gesellschaft und Industrie und zur Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft beitragen.

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2025/ 2026

Die Teilnehmer:innen

Ephemera:rbol von Lennard Ludig (1.Preis)

1,7 FT von Franziska Brunn und Anneruth Westhoff (Anerkennung)

»CLAYER« von Sophie Bernauer

Urban Harvesting von Jannis Eickert

reSOAP von Nicole Shiu Garcia

Surgio von Florian Hugenschmidt

Nebuloom von Roman Jakowlew

Heblo von Ben Jörgeling

New Skin von Yixuan Li

Cyanocaptor von Josefine Pavesi

GoBean von Aranza Velasco Sanchez und Song Yeon Lee

Eigenwillicht von Lisa Schollbach

Trace von Aaron Stier

Hier das Plakat mit allen Auszeichnungen als PDF herunterladen und zur größeren Ansicht auf dem Desktop speichern.                              

                                                                                     PLAKAT DER TEILNEHMER:INNEN

Nachwuchspreis Circular Design ist offizieller Projektpartner der World Design Capital 2026

Der Nachwuchspreis Circular Design 2025/2026 des Kunstgewerbevereins Frankfurt am Main e.V. ist offizieller Projektpartner der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und Teil des offiziellen WDC-Programms.

Im Rahmen der World Design Capital werden innovative Designprojekte sichtbar gemacht, die gesellschaftliche Verantwortung, Nachhaltigkeit und zukunftsweisende Gestaltung verbinden. Der Nachwuchspreis Circular Design fördert junge Gestalter*innen und Unternehmer*innen, die mit ihren Arbeiten Antworten auf aktuelle ökologische und ökonomische Herausforderungen entwickeln.

Mit der Einbindung in das Programm der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 positioniert sich der Nachwuchspreis als Plattform für zirkuläres Design und nachhaltige Innovationsansätze im regionalen und internationalen Kontext.

Die Gewinner:innen

1. Preis

Ephemera:rbol von Lennard Ludig

Angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit in Städten unterstützt Ephemerarbol das Anwachsen von Jungbäumen in ihrer kritischsten Lebensphase. Das textile Pflanzenimplantat wurde als ökologische Alternative zu herkömmlichen Pflanzhilfen entwickelt, die häufig nur Symptome bekämpfen, den Baum in seiner Entwicklung einschränken und problematische Rückstände im Boden hinterlassen.

Das Implantat besteht aus nachwachsenden, biologisch abbaubaren Materialien wie Hanf, Leinen und unbehandelter Schurwolle. Es umschließt den Wurzelballen und leitet Gießwasser gezielt in tiefere Bodenschichten, wodurch die Wurzeln angeregt werden, dem Wasser nach unten zu folgen. Ein adaptiver Gießring reduziert zusätzlich die Verdunstung an der Oberfläche. Schurwolle speichert Feuchtigkeit, gibt beim Abbau Nährstoffe an den Boden ab und fördert gemeinsam mit Mykorrhiza-Pilzen ein gesundes Bodenleben.

Nach dem Prinzip «Design to Decay» begleitet Ephemerarbol den Baum während der Anwachsphase von drei bis fünf Jahren und zersetzt sich anschließend vollständig und rückstandsfrei. So verbindet das Projekt regenerative Materialien, gezielte Bewässerung und Kreislaufdesign zu einer nachhaltigen Lösung für die Stadtbegrünung.

Anerkennung

1,7 FT von Franziska Brunn und Anneruth Westhoff

1,7 FT ist eine inklusive Sitzmöbelserie, die soziale Nachhaltigkeit mit ressourcenschonendem Design verbindet. Die beiden Sitzobjekte Griffsitz und Trittsitz wurden in Zusammenarbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen entwickelt und orientieren sich an unterschiedlichen körperlichen Bedürfnissen, etwa von Menschen mit Kleinwuchs, Adipositas oder Mobilitätseinschränkungen.

Beide Sitzmöbel sind von zwei Seiten nutzbar und fördern Begegnung sowie eine gleichberechtigte Nutzung im öffentlichen und halböffentlichen Raum. Erhöhte Griffe, eine Sitzhöhe von 520 mm und ein fester Polsteraufbau erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen, ohne dabei stigmatisierende Gestaltungselemente zu verwenden.

Die Konstruktion setzt auf langlebige, sortenreine Materialien und eine zerlegbare Bauweise. Alle Komponenten können bei Bedarf ausgetauscht oder am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden. Der Materialeinsatz ist gegenüber herkömmlichen Polstermöbeln reduziert und trägt so zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen bei.

                                                                                                    CIRCULAR DESIGN BRAUCHT NEUE IDEEN

2024

Die Teilnehmer:innen

Der Wettbewerb Circular Design hat eine Vielzahl von kreativen und inspirierenden Einreichungen hervorgebracht. Sie haben das Potential die Art und Weise, wie wir Produkte entwerfen und konsumieren, grundlegend zu verändern. Der Wettbewerb zeigt, dass Circular Design nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance ist, kreative Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Zeit zu entwickeln. Die Jury hat aus 21 zugelassenen Einsendungen zwei Preisträger:innen ermittelt und unter ihnen den Preis aufgeteilt.

Jury (v.l.) :

  • Prof. Matthias Wagner K (Direktor Museum Angewandte Kunst)
  • Nicola Stattmann (Materialexpertin)
  • Barbara Glasner (Design- und Architekturexpertin)
  • Prof. Uwe Fischer (Industriedesigner)
  • Ulrike Müller (Vorstandsmitglied Kunstgewerbeverein)
  • Annette Lang (Kuratorin Nachwuchspreis)

Die Gewinner:innen

1. Preis

Vision OffGrid von Antonia Hinderegger und Jonathan Kuhlmann

Wie viel Fläche im urbanen Raum muss verdichtet sein? Diese Frage stellt sich das Designer Duo Antonia Hinderegger und Jonathan Kuhlmann. Das Duo untersucht tatsächliche Laufwege von Fußgängern und Radfahrern in urbanem Gebiet. Es ermittelt restliche Bereiche, die entsiegelt und begrünt werden können.

Der Entwurf Vision OffGrid sieht eine Lösung vor, die mit geschickten kleinen Eingriffen urbane Orte ihrer alltäglichen Nutzung entsprechend anpasst. Statt großer Umbaumaßnahmen wird die ungenutzte Fläche mit Löchern perforiert, diese mit Erde befüllt und bepflanzt. Das Raster bricht versiegelte Flächen auf und schafft eine grüne Topografie und erneut natürliche Wasserkreisläufe.

Vision OffGrid ist ein Lösungsansatz Innenstädte nachhaltig anzupassen und für Vegetation und Wasserkreisläufe wieder verfügbar zu machen.

2. Preis

Ne(s)t von Kira Bernauer

Der Entwurf ne(s)t beschäftigt sich mit der Frage, wie die Biodiversität sowie die Lebensräume von Vögeln und Fluginsekten in versiegelten Innenstädten zurückgewonnen und nachhaltig erhalten werden können.

Die Designerin hat ein innovatives modulares System entwickelt, das sich flexibel in Höhe und Anordnung stapeln lässt und somit in jede städtische Umgebung integriert werden kann. Die 4 steckbaren Module lassen sich bepflanzen und bieten Nistplatz und Nahrungsquelle für Vögel und Fluginsekten. Die Module aus recycelten Tonziegeln sind widerstandsfähig und feuchtigkeitsregulierend.

Ne(s)t ist ein Lösungsansatz, um die Vernetzung von Biotopen auf versiegelten Flächen erneut zu fördern und Lebensräume für Fluginsekten und Vögel zurückzugewinnen.

Die Preisverleihung